Hotellerie

Ersetzen digitale Schlüssel die Hotel-Keycards?

Statt eine Plastik-Keycard an der Rezeption abzuholen, checken Gäste per App oder einfachem Web-Link ein und erhalten ihren Zimmerschlüssel digital.

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Jahrzehntelang war der Zugang zum Hotelzimmer dasselbe Ritual: Man checkte ein, erhielt einen Schlüssel, und dieser Schlüssel öffnete das Zimmer.

Zuerst waren es Metallschlüssel an übergroßen Schlüsselanhängern – von der Sorte, bei der sofort auffiel, wenn man versehentlich mit einem davon das Hotel verließ. Später kamen Keycards aus Plastik, die schnell zum Branchenstandard wurden.

Doch nun beginnt sich die Art, wie Gäste ihre Zimmer betreten, erneut zu verändern.

Immer mehr Hotels führen digitale Schlüssel ein. Gäste checken über ihr Smartphone ein, erhalten ihren Zimmerschlüssel digital und öffnen die Tür mit dem Smartphone oder sogar mit der Smartwatch. Keine Plastikkarte. Kein Warten an der Rezeption. Einfach zur Tür gehen und antippen.

Das klingt nach einer kleinen Veränderung. Doch in der gesamten Hotellerie entwickelt sie sich zu einer ziemlich bedeutenden.

Vom Metallschlüssel zum mobilen Zugang

Der Zimmerzugang hat sich stetig weiterentwickelt. In den Anfangszeiten der Hotels waren Metallschlüssel die Norm. Sie funktionierten natürlich, waren aber in großem Maßstab nicht gerade praktisch. Schlüssel konnten verloren gehen, kopiert oder als Souvenir mitgenommen werden. Der Austausch von Schlössern und Schlüsseln wurde zu einer ständigen betrieblichen Last. Magnetische Keycards änderten das schließlich. Sie waren leichter, einfacher zu verwalten und weitaus flexibler. Verlor ein Gast eine Karte, konnte das Personal sie einfach deaktivieren und eine neue ausgeben. Doch auch Keycards haben mitunter ihre Tücken. Manchmal funktionieren sie nicht mehr, werden entmagnetisiert und – ja – bleiben oft im Zimmer liegen, sodass der Gast an der Rezeption eine neue Keycard anfordern muss.

Der Aufstieg des digitalen Schlüssels

Digitale Schlüssel verlagern den Zimmerzugang im Grunde auf das eine Gerät, das fast jeder Gast ohnehin in der Hand hält: sein Smartphone.

Statt an der Rezeption eine Keycard aus Plastik abzuholen, können Gäste über eine App oder einen einfachen Weblink einchecken und ihren Zimmerschlüssel digital erhalten – oft direkt in der Wallet ihres Smartphones. Am Zimmer angekommen, halten sie einfach Smartphone oder Smartwatch an das Schloss, und die Tür öffnet sich. Das ist alles.

Für Gäste fühlt sich das ganz natürlich an. Kein Anstehen an der Rezeption, keine zusätzliche Karte, auf die man achten muss, und kein unangenehmer Moment, in dem man im Flur steht und merkt, dass die Keycard noch auf dem Nachttisch liegt.

Auch Hotels profitieren. Digitale Schlüssel verringern den Bedarf an Plastikkarten, erleichtern die Zugangsverwaltung und ermöglichen es dem Personal, Berechtigungen sofort zu aktualisieren. Wechselt ein Gast das Zimmer oder reist früher ab als erwartet, lässt sich der Zugang in Sekunden ändern, ohne dass jemand einen Schlüssel neu ausstellen muss.

Verschwinden physische Schlüssel?

Auch wenn digitaler Zugang immer verbreiteter wird, schätzen viele Reisende nach wie vor die Einfachheit einer physischen Karte. Manche Gäste möchten für einen kurzen Aufenthalt keine App herunterladen. Andere kommen nach einem langen Reisetag mit fast leerem Smartphone-Akku an und bevorzugen die Keycard.

Hotels müssen bereit sein, in smarte Schlösser zu investieren oder ihre bestehenden aufzurüsten, was mitunter eine erhebliche Investition sein kann. Die Modernisierung von Zutrittssystemen erfolgt schrittweise, weshalb manche Hotels auf eine Hybridlösung setzen und sowohl digitalen als auch physischen Zugang anbieten.

Deshalb stellt die Branche beim Zugang schrittweise um.

Die Zukunft des Zugangs in der Hotellerie

Die Gäste von heute erwarten einen einfachen Zugang. Sie wünschen sich einen schnellen Check-in an der Rezeption und die Möglichkeit, ihren Aufenthalt direkt über ihr Smartphone zu verwalten. Mobiler Zimmerzugang passt ganz natürlich zu dieser Erwartung.

Für das Hotel sollte smarte Zutrittstechnologie den Betrieb erleichtern und nicht verkomplizieren; Ziel wäre ein automatisierter Prozess, der Personalzeit und Betriebskosten spart. 

Digitale Schlüssel könnten physische Keycards mit der Zeit ersetzen. Vorerst lassen viele Hotels ihren Gästen die Wahl und setzen auf beides: Digitale Schlüssel bieten mehr Flexibilität, während klassische Optionen für alle verfügbar bleiben, die sie bevorzugen.

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